DAS TRAINER-INTERVIEW
01/10/2025

Willkommen Constanze Jäger
Ab September 2025 wird Constanze Jäger Head Coach der Schwimmabteilung des
DSW12 Darmstadt. Wir haben uns mit ihr vorab zusammengesetzt, um herauszufinden,
warum sie nach Darmstadt gekommen ist, was ihr wichtig ist – und welche
Pläne sie für uns hat.
Constanze, willkommen beim DSW12!
Warum hast du dich entschieden, zu uns nach Darmstadt zu kommen?
Danke! Ich hatte sofort das Gefühl, dass hier nicht nur Tradition, sondern auch Aufbruchsstimmung herrscht. Der DSW12 hat starke Athleten, engagierte Trainer
und mit dem Nordbad/SLZ ein tolles Umfeld. Als ich gemerkt habe, dass der neue Vorstand der Schwimmabteilung Lust auf neue Impulse hat, war für mich klar:
Das passt.
Fällt es dir schwer, jetzt umzuziehen?
Natürlich trifft man eine solche Entscheidung nicht über Nacht, aber meine Familie
weiß wie ich ticke und hat mich in dieser Entscheidung bekräftigt.
Du bist frisch ausgebildete Langhanteltrainerin und bekannt dafür, dass dir
athletische Ausbildung besonders wichtig ist. Was heißt das für die jungen Athleten?
Wird das schmerzhaft?
Ganz einfach: Ein guter Schwimmer wird an Land gemacht. Somit werden
wir an unserer Stabilität, Kraft, Atmung und Beweglichkeit arbeiten.
Und ein Teil an Land wird zum richtigen Zeitpunkt im Trainingsaufbau auch das Erlernen der Langhanteltechnik sein.
Aber da gibt es noch mehr.
Deine Vita mit Weiterbildungen ist über eine DIN A4 Seite lang. Warum hast du so
eine breite Ausbildung, die weit über das reine Schwimmen hinausgeht?
Ich sehe Schwimmen unter dem Aspekt einer ganzheitlichen Entwicklung. Und ich
bin einfach keine gelernte Schwimmerin. Ich weiß, dass ich nichts weiß – und genau
deswegen bilde ich mich ständig weiter, und suche mir überall neue, interessante
Verbesserungsmöglichkeiten heraus. Ich bin extrem neugierig und will noch viel dazulernen. Ich habe mehrere Monate bei Gary Hall in den
USA hospitiert. Einfach weil ich wissen wollte, wie Schwimmtraining dort funktioniert.
Er ist heute noch mein Mentor. Und wenn nächsten Sommer die Australier nach Darmstadt kommen sollten – ich freue mich jetzt schon drauf.
Das wird uns alle hier voranbringen!
Techniktraining oder Trainingskilometer. Wie gehst du das an?
Technik ist der Schlüssel. Da bin ich mit der sportlichen Leitung der Schwimmabteilung
auf einem Nenner. Wir werden in Zukunft mit neuen Impulsen arbeiten. Zum Beispiel
mehr Videoaufnahmen, auch unter Wasser, um Bewegungsabläufe Stück für Stück zu
verbessern. Kleine Änderungen können große Wirkung haben – und wenn ihr merkt,
dass ihr dadurch leichter und schneller schwimmt, macht’s gleich doppelt Spaß.
Du bringst außerdem Neuroathletiktraining mit ins Programm. Klingt spannend
– was steckt dahinter?
Ich bin ausgebildete Neuroathletiktrainerin. Bewegung beginnt im Gehirn. Im
Sport geht es immer um das Lösen einer Bewegungsaufgabe. Jede Bewegung stellt
eine sportartspezifische Anforderung an die bewegungssteuernden Systeme der
verschiedenen Gehirnareale dar, und Neuroathletik fokussiert diese Anforderungen.
Und alles was meine Athleten schneller Schneller im Kopf? Was heißt das für den
Wettkampftag?
Schneller im Kopf? Was heißt das für den Wettkampftag?
Da die Motivation, der Wille und das Denken im Gehirn den motorischen Rinden
unmittelbar vorgeschaltet sind, werden wir auch mental arbeiten. Gesiegt wird im
Kopf, denn an der Spitze schwimmen viele technisch gute Schwimmer.
Was sagst du dazu, dass der DSW12 die DMSMK, den dritthöchsten deutschen
Wettkampf nach Darmstadt holen will?
Der schwimmerische Mehrkampf ist ein wichtiges Werkzeug in der Entwicklung
junger Schwimmer. Delfinkicks brauchst du in jeder Lage, nach jeder Wende.
Dass der DSV hier ansetzt und Nachwuchstrainer in den Vereinen dazu zwingt,
darauf einen Fokus zu legen, ist verständlich. Ich habe mir die spezifischen Zeiten
der Darmstädter Schwimmer noch nicht genau angeschaut. Ein Urteil will ich mir
erst erlauben, wenn ich alle Nachwuchsathleten im Pool gesehen habe.
Ich finde es klasse, dass der DSW12 hier aber mutig vorangeht und die
DMSMK ausrichten möchte. 2026 wäre das perfekte Jahr – bis dahin sollten wir
deutlich mehr junge Athleten für das SMK-Format qualifiziert haben. Dann brauchen wir
nur noch eine Tribüne im Nordbad.
Welche Ziele setzt du uns im nächsten Jahr?
Kurzfristig werden wir stark darauf fokussieren, dass wir als Team zusammenwachsen
und eine Trainingskultur entwickeln, auf die jeder stolz ist. Sowohl Trainerteam
als auch die gesamte Schwimmabteilung.
Langfristig möchte ich mehr DSW12-Schwimmer in die nationale Spitze
bringen – aber genauso wichtig ist mir, dass alle Nachwuchsathleten im Verein
sich als Menschen ohne Stress weiterentwickeln:
selbstbewusst, gesund und mit Spaß am Sport. Dazu haben wir die Gruppenstruktur
jetzt schon neu aufgestellt.
Frage zum Schluss – was können wir von dir als Coach erwarten?
Leidenschaft, klare Ansagen und jede Menge Energie. Ich will, dass wir hart arbeiten,
aber auch zusammen lachen können. Wenn wir das hinkriegen, werden wir
hier in Darmstadt etwas richtig Starkes aufbauen.

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